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Sie verursachen einen Heidenlärm, riechen streng nach Abgasen und fahren immer im Kreis – nein die Rede ist diesmal nicht von Michael Schumacher und Konsorten.

Bei Big Scale Racing spielt sich alles ein paar Nummern kleiner ab. Hauptaugenmerk genießen hier keine Formel-1 – Boliden sondern ferngesteuerte Miniaturmodelle im Maßstab 1:5. Die kleinen Flitzer brettern demnach auch nicht über den Hockenheimring oder die legendäre Nordschleife des Nürburgrings sondern durch die Schikanen und Kurven spezieller RC – Strecken.

Alle im Spiel verwendeten Strecken sind detailgetreue Nachbauten realer RC-Club Strecken aus den Niederlanden. Der niederländische Entwickler Bumblebeast versucht nun mit Big Scale Racing die Atmosphäre und das Flair der ferngesteuerten Rennautos auf dem PC einzufangen. Ob Bumblebeast dies gelungen ist, und die kleinen Flitzer zukünftig eine ernstzunehmende Konkurrenz für DTM oder Formel-1 Rennwagen auf dem heimischen PC sind, wird der hier folgende Test der von Ascaron lokalisierten Version zeigen.

Big Scale Racing simuliert zehn verschiedene Rennmodelle in unterschiedlichen Klassen, von der anfänglich freigeschalteten Juniorklasse bis zur schwierigen Profirennserie. In allen Klassen wird auf den sechs unterschiedlichen Rennstrecken um Positionen und Punkte bei Einzelrennen oder kompletten Meisterschaften gekämpft. Ist es zu Beginn des Spiels noch einfach, die Autos der Juniorklasse in der Spur zu halten, wird es in höheren Klassen immer schwieriger, nicht aus der Bahn zu fliegen.

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Doch alles der Reihe nach: Das Spiel ist recht flott auf der Festplatte installiert und startet ohne große Umschweife direkt mit dem Wesentlichen. Dabei wurde nur leider auf ein einführendes Intro verzichtet. Der Spieler landet direkt im, leider etwas lieb- und schmucklos designten, Hauptmenü, wo sich ihm verschiedene Optionen bieten. Einzelspieler haben bei Big Scale Racing die Wahl zwischen einem Einzelrennen oder einer kompletten, aus sechs Rennen bestehenden, Meisterschaft. Im Mehrspielermodus bietet sich die Wahl zwischen Splitscreenrennen zu zweit oder einem Netzwerkrennen mit bis zu acht Spielern.

Steuern kann man Big Scale Racing am besten mit der Tastatur. Das Spiel wurde auch speziell auf dieses Eingabemedium laut Hersteller zugeschnitten. Mit der Tastatur ist die Steuerung am einfachsten und präzisesten, auch in höheren Klassen noch, zu handhaben. Natürlich ist Big Scale Racing auch per Joystick oder Lenkrad steuerbar. Allerdings wurde bei Lenkrädern auf eine Force Feedback Unterstützung komplett verzichtet.

Grafiktechnisch muss sich Hersteller Bumblebeast etwas an Kritik gefallen lassen. Die 3D-Grafik des Spiels ist zwar recht nett anzuschauen, allerdings ähneln sich die verschiedenen Strecken doch bisweilen zu sehr. Ein weit größerer Kritikpunkt ist aber die detailarme Umgebung jenseits der Streckenbegrenzung. Hier hätte dem Spiel mehr Lebendigkeit und Abwechslung gut getan. Gut gelungen ist dagegen die optisch bunte Mischung der kleinen Rennwagen.

Akustisch ist Bumblebeast leider kein Meisterstück gelungen. Die Motorengeräusche wollen irgendwie nicht so recht nach benzinbetriebenen Rennwagen klingen und auch die Hintergrundmusik zu den Menüs ist nicht gerade berauschend sondern eher schlicht und zweckmäßig gehalten.

Big Scale Racing kann eine Menge Spass und Abwechslung bereiten. Man darf nur nicht den Fehler machen und das Spiel mit anderen Rennsimulationen vergleichen. Big Scale Racing ist eher ein Spiel für zwischendurch. Wer Geschwindigkeit in reiner Form erleben will und sich nicht erst stundenlang Gedanken über das richtige Setup machen möchte, der wird viel Spass mit dem Spiel haben.

Die Anzahl der Parcours ist mit sechs Strecken zwar etwas dürftig, da es mit steigender Rennklasse aber auch zunehmend schwerer wird den Flitzer zu steuern, bleiben die Strecken nach wie vor fordernd. Auf ein Schadensmodell wird bei dem Spiel gänzlich verzichtet. Man ist auch bestraft genug, wenn man von der Strecke fliegt, da dies eine Unmenge an Zeit kostet und man dadurch weit nach hinten im Feld durchgereicht wird. Dies kann auch schon manchmal frustrierend sein, wenn man sich eine gute Ausgangslage verschafft hat und dann durch einen kleinen Rempler aus der Bahn geworfen wird. Dann bleibt meist nichts anderes übrig als die Meisterschaft erneut zu starten.
Die grafischen Unzulänglichkeiten fallen beim Spielen kaum auf, da es doch meist sehr schnell zugeht und man vom Streckenrand wenig mitbekommt. Erst in langsamen Passagen fällt die detailarme Umgebung störend ins Auge.

Spass macht es auch, dass Auto nach eigenen Vorstellungen im mitgelieferten Editor zu lackieren. Dazu liefert das Spiel eine Menge Vorlagen, die es erleichtern, das Gefährt nach eigenen Wünschen zu gestalten und damit später seine Runden zu drehen.
Insgesamt gesehen ist es Bumblebeast zwar nicht ganz gelungen die Atmosphäre der rasanten Flitzer auf den PC zu übertragen, aber dennoch ist Big Scale Racing ein netter Zeitvertreib für alle, die einmal Abwechslung im Rennspielalltag haben möchten oder schnelles Rennspiel für Zwischendurch suchen.

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