|
Leonardo da Vinci schrieb: "Ich bleibe dabei, dass das Blau der Luft nicht die eigentliche Farbe ist, sondern dass die Luft aus
einer warmen nebeligen Feuchtigkeit besteht, die aus extrem kleinen, unsichtbaren Partikel aufgebaut ist. Diese Feuchtigkeit
fängt die Sonnenstrahlen ein. Das war die Beobachtung eines Genies, der sich als Künstler, Wissenschaftler, als Ingenieur und
Erfinder ausdrückte und der seiner Zeit in allen Bereichen weit voraus war.
Diesen dämpfigen, verschwommenen und nebeligen Raum zwischen den Objekten auf einer gemalten Oberfläche nannte Leonardo "sfumato"
und er war besonders bestrebt, diesen magischen Effekt in seiner Arbeit einzufangen.
In seine Notitzen schrieb Leonardo, dass Licht und Schatten sich ohne sichtbaren Übergang miteinander vermischen sollten,
als würde ein feinerVorhang aus Nebel die Objekte verschleiern. Er kam seinem Ideal in einem seiner letzten Werke Jungfrau
und Kind und St. Anna , 1506-1513, das sich heute in Paris im Louvre befindet, sehr nahe.
Es ist auch Sfumato, das seinem bekanntesten Meisterwerk, La Gioconda, 1503 - 1506 .. allgemein bekannt als Mona Lisa … das
weltweit berühnteste mysteriöse Lächeln verleiht.
Sie finden nie Sonnenschein oder einen wolkenlosen Himmel in den Gemälden von Leonardo da Vinci. In allen seinen Gemälde ging es um
den Einsatz von subtilem Licht und Schatten, um Linien zu verschleiern. Es gibt keine scharfen Kanten, keine abrupten Übergänge
und keine starken Kontraste. Weiche Schatten fließen über die Gesichter seiner Personen und erzeugen eine außergewöhnlich feine
Qualität.
Um sfumato zu erreichen arbeitete Leonardo mit der feinsten dünnen Öllazur, die er auf die dunkle Grundierung aufbrachte.
Er perfektionierte die Technik des Vermischens von Farben, so dass nicht der feinste Pinselstich in der fertigen Arbeit sichtbar
ist. Seine Objekte haben eine vage Andeutung von Bewegung, und die Gesichter und Gliedmaßen scheinen aus der dunklen Umgebung
heraus zu leuchten und heben sich aus der Oberfläche heraus.
Leonardo da Vincis sfumato war eine revolutionäte Erfindung in der Kunst der Renaissance, in der zuvor, besonders in der Kunst in
Florenz, den Linien eine wichtigere bildliche Rolle zugesprochen wurde, als den Farben. Portäts waren tendenziell steif und formell
mit erkennbaren Unterschieden in Farbe und Ton und man trennte so das Objekt vom Hintergrund. Die Hintegründe bei Leonardo waren
integrale Bestandteile seiner Bilder mit verbindenden Tönen und Farben, so dass die Formen auch ohne klare Beschreibung offenkundig
waren.
Sfumato in modernen Bildern auf Leinwand
Wenden wir unser heutiges, tägliches Wissen über Optik und den Einsatz digitaler Technologie an, kann ein normaler
Amateurfotograf ein Portätfoto erschaffen, das dem magschen Effekt von sfumato hat.
Sie können sogar einen Schritt weiter gehen und Ihr Foto auf Leinwand drucken lassen und so ein bleibendes und sehr effektives
Kunstwerk schaffen. Fotodruck auf Leinwand hilft die Weichheit eines Fotos, das unter dem verbindenen Einfluß von Licht und
Schatten aufgenommen wurde, zu verstärken.
Mit der richtigen Kulisse, ein paar Requisiten, und einer vorsichtigen Beleuchtung, kann jeder mit ein bisschen Vorstellungsvermögen
und einer einfachen Digitalkamera ein einzigartiges Porträt der eingenen, modernen Mona Lisa herstellen.
|